Sep 28
Nach dem verheerenden Wahlausgang gestern treffen heute ähnliche Meldungen bei mir ein. Campact wirbt für weiteres Engagement für eine Wende in der Energiepolitik, ähnliches schreibt die TAZ und auch andere nette Menschen sprechen auf Twitter über die Hoffnung durch engagierte Bürger:
Nixon in China, Saulus zu Paulus – für ein politisches Wunder dieses Kalibers kommt, wenn überhaupt, nur die Klimakanzlerin Merkel und ihr neuer Juniorchef Westerwelle in Frage. Deshalb gilt es außerparlamentarisch Druck zu machen, damit genau die, von denen nach Programmlage am meisten Kohle und Atom zu erwarten ist, die Energiewende und den Durchbruch in der Klimapolitik einleiten. Andernfalls haben wir in Sachen Klimaschutz wie in Sachen globale Gerechtigkeit weitere vier verschenkte Jahre vor uns. Deutschland würde sich dann der Politik des US-Präsidenten Bush annähern, dem Hauptblockierer einer Klimawende. Die AKW-Laufzeiten würden verlängert, und zwar mit dem Argument, wir müssen das Klima schützen. Alternative Energien hingegen dürfte die Förderung entzogen werden, die sie weltweit benötigen.
Quelle: http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/atomkraft-fuer-ein-gutes-klima/
Sep 22
Der bekannte Schweizer Kinderarzt und Autor Remo H. Largo (Babyjahre, 1993, Schülerjahre, 2009) formuliert sinngemäß: Eine beziehungsorientierte, an der Individualität des Kindes ausgerichtete Erziehung ist zeitlich wesentlich aufwändiger als eine auf vertikale Kommunikation (Befehl und Gehorsam) ausgerichtete, doch genau an dieser Zeit mangelt es den meisten Eltern und Lehrern. Largo konstatiert: "Eltern und Lehrer wissen aus Erfahrung: Je tragfähiger die Beziehung zum Kind ist, desto seltener müssen sie zu erzieherischen Maßnahmen greifen."
Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/generationen/2009-09/jugendgewalt-
Sep 22
Eben kam das lang ersehnte Paket hier an. Eine Auspack-Zeremonie.
http://beziehungsweise-leben.de
Sep 19
Ich erkläre das grade mal: Ja, bei Flashmobs geht es oberflächlich um Spaß und nichts weiter. Tatsächlich aber haben Flashmobs immer eine immanente politische Botschaft, es geht um die Rückeroberung des öffentlichen Raums, um gemeinschaftliche Statements. Diese soziokulturelle Dimension des Flashmobs ist dem Herrn ganz offensichtlich verborgen geblieben. Hätte er mal lieber jemanden gefragt, der sich damit auskennt: sein Kollege Mario Sixtus schrieb auf (Achtung!) spOnline im Jahr 2003 über den Medientheoretiker Howard Rheingold:
Die nächste Revolution nach PC und Internet ist, laut Rheingold, mitnichten technologisch, sondern sozial: “Smart Mobs bestehen aus Menschen, die zusammen handeln können, selbst wenn sie sich nicht kennen.” Die Szenen, Clans und Communities, die sich ständig im Internet bilden, dort mutieren, sich spalten oder auch einfach nur wachsen, würden in Zukunft immer häufiger eine Entsprechung in der realen Welt finden.
Dass Menschen für gemeinsame Ziele und Ideen zusammen arbeiten, ist beileibe nichts Neues. Neu hingegen sei, mit welcher Geschwindigkeit und Flexibilität sich Gruppen Gleichgesinnter, mit Hilfe von Netzwerk- und mobiler Technologie, bilden könnten und mit welcher Effizienz sie handelten.
Und genau das ist eine weitere politische Botschaft und politische Dimension des Flashmobs für Herrn Reißmann: Wir fressen die Wahlkampfbotschaften nicht mehr einfach so, sondern wir spucken den Bullshit der Merkel ironisiert in Form eines „Yeaahh“s zurück. Einfach, verkürzt und auf den Punkt entblößen wir den Bullshit als das, was es ist: im besten Fall einfach nur hohle Phrasen, im schlimmsten aber einfach nur Lügen. Und ja, wir organisieren das kurzfristig im Netz. Als ob das irgendein 2009 bemerkenswertes Merkmal wäre. spOnline schreibt was über „Flashmob-Terror“ …und alle so: „Yeaahh!“
Das stammt natürlich von NERDCORE