Außerparlamentarische Opposition

Nach dem verheerenden Wahlausgang gestern treffen heute ähnliche Meldungen bei mir ein. Campact wirbt für weiteres Engagement für eine Wende in der Energiepolitik, ähnliches schreibt die TAZ und auch andere nette Menschen sprechen auf Twitter über die Hoffnung durch engagierte Bürger:

Nixon in China, Saulus zu Paulus –  für ein politisches Wunder dieses Kalibers kommt, wenn überhaupt, nur die Klimakanzlerin Merkel und ihr neuer Juniorchef Westerwelle in Frage. Deshalb gilt es außerparlamentarisch Druck zu machen, damit genau die, von denen nach Programmlage am meisten Kohle und Atom zu erwarten ist, die Energiewende und den Durchbruch in der Klimapolitik einleiten. Andernfalls haben wir in Sachen Klimaschutz wie in Sachen globale Gerechtigkeit weitere vier verschenkte Jahre vor uns. Deutschland würde sich dann der Politik des US-Präsidenten Bush annähern, dem Hauptblockierer einer Klimawende. Die AKW-Laufzeiten würden verlängert, und zwar mit dem Argument, wir müssen das Klima schützen. Alternative Energien hingegen dürfte die Förderung entzogen werden, die sie weltweit benötigen.

Quelle: http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/atomkraft-fuer-ein-gutes-klima/

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interessanter Kommentar zu politischen kommentaren

2009 ist der politische Journalismus auf dem Weg, einen anderen Fehler zu machen, der noch folgenreicher sein könnte als eine auf Umfragen gestützte falsche Wahlprognose. Diesmal pochen die Kommentatoren, sicher auch in Reaktion auf die verwirrende Finanzkrise, weniger auf eine einzige, vermeintlich »wahre« Politik, die nur umgesetzt werden müsse, um das Land richtig zu regieren. Diesmal lehnen sie sich zurück, endlich ganz bei sich in ihrer Lieblingsrolle als Schiedsrichter der Nation, und sagen: Na, mal sehen, was »den Politikern« so einfällt, um uns zu unterhalten. Und wenn die politische Auseinandersetzung einigermaßen gesittet abläuft, wie jüngst im Kanzlerduell, dann erklären sie das – von Journalisten! – grauenhaft moderierte Gespräch zum »längsten Abend« (FAZ), dann höhnen sie »Yes, we gähn«(Bild- Zeitung), dann übernehmen Lokalzeitungen landauf, landab die läppisch-alliterierende Formel vom »Duett statt Duell« – so, als seien nicht durchaus unterschiedliche Politikangebote vorgetragen worden, beim Mindestlohn, bei Managergehältern, in der Steuerpolitik, in Sachen Atomausstieg, bei der Zukunft der Krankenversicherung. Alles nicht so wichtig? Gerade hier die Unterschiede herauszuarbeiten, auch wenn es um Nuancen geht, wäre die Aufgabe von Moderatoren wie Kommentatoren gewesen.

http://www.zeit.de/2009/40/Medienschelte
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Pluralismus

Der Pluralismus bringt nicht einfach Bindungslosigkeit, Relativismus, Individualismus mit sich, obwohl diese Erscheinungen auch in pluralistischen Umgebungen auftreten. Der Pluralismus bildet und pflegt vielmehr multisystemische Formen, die sehr wohl hohe Bindekräfte entwickeln, aber eben nicht diegesellschaftseinheitliche, kultureinheitliche Bindekraft versprechen können.


http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2009/09/27/peters-gedanken/zeitungsausschnitte-und-bucher/doch-nicht-alles-relativ
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morgen feiern wir #bzwLEBEN erscheinungsFEST:

Morgen Abend feiern wir ab 20:00 Uhr das Erscheinungsfest zu unserem Buch »Beziehungsweise Leben« und ich lade euch hiermit nochmals dazu ein.

Weiter Infos finden sich unter folgenden Links:
http://www.facebook.com/event.php?eid=152612216258
http://beziehungsweise-leben.de

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Address Human Trafficking

An important aspect to addressing sex trafficking is confronting our cultural myths about manhood and sexuality-- woman want to be loved and cherished-- not objectified. Real manhood is not about multiple sexual conquest-- but honor and fidelity. This means, for instance, that pornography is not only an issue of personal morality but also of justice and human rights.

Mark A. Scandrette

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Kinder brauchen Zeit

Der bekannte Schweizer Kinderarzt und Autor Remo H. Largo (Babyjahre, 1993, Schülerjahre, 2009) formuliert sinngemäß: Eine beziehungsorientierte, an der Individualität des Kindes ausgerichtete Erziehung ist zeitlich wesentlich aufwändiger als eine auf vertikale Kommunikation (Befehl und Gehorsam) ausgerichtete, doch genau an dieser Zeit mangelt es den meisten Eltern und Lehrern. Largo konstatiert: "Eltern und Lehrer wissen aus Erfahrung: Je tragfähiger die Beziehung zum Kind ist, desto seltener müssen sie zu erzieherischen Maßnahmen greifen."

Quelle: http://www.zeit.de/gesellschaft/generationen/2009-09/jugendgewalt-

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Das #bzwLEBEN Buch ist da!

                   
Click here to download:
das-bzwleben-buch-ist-da-vpbwmgarAinoJBpcGfDx.zip (4425 KB)

Eben kam das lang ersehnte Paket hier an. Eine Auspack-Zeremonie.

http://beziehungsweise-leben.de

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Emergenz und Reformation als emergente Gesamtlage

Die Refomation als ein emergentes Geschehen zu betrachten, erlaubt es, diese Gegensätze zusammenzubringen: Einerseits war alles schon irgendwie vorhanden und vorbereitet und keiner der Reformatoren fügte der Gemengelage seiner Zeit etwas entscheidend Neues, nie Dagewesenes (oder schreibt man man “Niedagewesenes” bzw. “nie da Gewesenes”?) hinzu. Andererseits ergab sich eben doch eine ganz neue Situation durch systemsprengende Innovation, die eben nicht im Voraus schon ableitbar oder vorauszusehen gewesen wäre:

Die Geschichte der Reformation ist eine Vernetzung und Wechselwirkung zwischen sich überlagernden Kontinuitäten von unterschiedlicher Dauer und interagierenden Sprüngen und Ereignisketten von unterschiedlicher Reichweite. Der Blick auf die modernen Emergenztheorien zeigt, dass diese Verlaufsstruktur völlig selbstverständlich und bei allen Neukonfigurationen komplexer Systeme regelhaft ist. Insofern ist die Reformation in ihrer Entstehung und ihrem Ablauf erklärbar, auch wenn sich die kontingenten Innovationssprünge selbst der Erklärbarkeit entziehen. (S. 24)

sehr gut auf den Punkt gebracht von Peter. Ich empfehle den gesamten Eintrag zu lesen!

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SpOn schreibt was über „Flashmob-Terror“ und alle so: „Yeaahh!“

Ich erkläre das grade mal: Ja, bei Flashmobs geht es oberflächlich um Spaß und nichts weiter. Tatsächlich aber haben Flashmobs immer eine immanente politische Botschaft, es geht um die Rückeroberung des öffentlichen Raums, um gemeinschaftliche Statements. Diese soziokulturelle Dimension des Flashmobs ist dem Herrn ganz offensichtlich verborgen geblieben. Hätte er mal lieber jemanden gefragt, der sich damit auskennt: sein Kollege Mario Sixtus schrieb auf (Achtung!) spOnline im Jahr 2003 über den Medientheoretiker Howard Rheingold:

Die nächste Revolution nach PC und Internet ist, laut Rheingold, mitnichten technologisch, sondern sozial: “Smart Mobs bestehen aus Menschen, die zusammen handeln können, selbst wenn sie sich nicht kennen.” Die Szenen, Clans und Communities, die sich ständig im Internet bilden, dort mutieren, sich spalten oder auch einfach nur wachsen, würden in Zukunft immer häufiger eine Entsprechung in der realen Welt finden.

Dass Menschen für gemeinsame Ziele und Ideen zusammen arbeiten, ist beileibe nichts Neues. Neu hingegen sei, mit welcher Geschwindigkeit und Flexibilität sich Gruppen Gleichgesinnter, mit Hilfe von Netzwerk- und mobiler Technologie, bilden könnten und mit welcher Effizienz sie handelten.

Und genau das ist eine weitere politische Botschaft und politische Dimension des Flashmobs für Herrn Reißmann: Wir fressen die Wahlkampfbotschaften nicht mehr einfach so, sondern wir spucken den Bullshit der Merkel ironisiert in Form eines „Yeaahh“s zurück. Einfach, verkürzt und auf den Punkt entblößen wir den Bullshit als das, was es ist: im besten Fall einfach nur hohle Phrasen, im schlimmsten aber einfach nur Lügen. Und ja, wir organisieren das kurzfristig im Netz. Als ob das irgendein 2009 bemerkenswertes Merkmal wäre. spOnline schreibt was über „Flashmob-Terror“ …und alle so: „Yeaahh!“

Das stammt natürlich von NERDCORE

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Creative Commons und GEMA

König: Was sagt denn die GEMA dazu? Ich meine, es gibt ja schon eine Verwertungsgesellschaft Musik und man hört immer wieder, dass es sehr schwer sei für die Creative Commons-Leute, mit der GEMA ins Gespräch zu kommen und auch möglicherweise, noch gleich eine Frage dazu: Ich als Künstler, als Musiker - habe ich die Möglichkeit, Creative Commons-Lizenzen zu nutzen und gleichzeitig bei der VG Wort Mitglied zu sein?

Weitzmann: Wir hatten heute gerade einen relativ regen Austausch mit der GEMA, auch im Rahmen der "All2gethernow". Es gibt da Gespräche. Das Grundproblem ist, dass die GEMA sozusagen sämtliche Rechte bereits sich übertragen lässt in dem Moment, wo man Mitglied wird. In dem Moment, wo ich also alle meine Rechte der GEMA zur Wahrnehmung übertrage, kann ich selber keine Lizenzen mehr vergeben, denn ich habe diese Rechte einfach nicht mehr in der Hand. Die werden exklusiv an die GEMA gegeben, und damit ist eine CC-Lizenzierung für jemanden, der in der GEMA ist, nicht möglich.

Die GEMA bietet an, bestimmte Nutzungen grundsätzlich rauszunehmen, zu sagen, die gesamte Online-Nutzung meiner Werke, meiner Lieder zum Beispiel, die gebe ich jetzt ... die will ich nicht von der GEMA wahrgenommen haben, die mache ich selbst. Nur, das passt mit den CC-Lizenzen nicht, denn die machen keine Unterscheidung nach der Nutzungsart. Das heißt, wenn ich in der GEMA bin, kann ich das nicht machen.

Wenn ich vorher CC-lizenzierte Musik ins Netz gestellt habe und werde dann später GEMA-Mitglied, dann ist das kein Problem, dann vertritt die GEMA aber diese Lieder nicht. Das heißt, das sind also alles Sachen, die sich ausschließen auf dieser Ebene des einzelnen Titels. Das Ähnliche ist auch bei der VG Wort der Fall, also man hat in Deutschland das traditionelle System, das so aussieht, dass die exklusive Wahrnehmung durch die Gesellschaften wahrgenommen wird, und das verträgt sich nicht mit dem Selbstlizenzieren.

König: Und was müsste da passieren?

Weitzmann: Es gibt verschiedene Ansätze. Die GEMA hat heute auch wieder signalisiert, dass sie erstens sagt, sie sind lernfähig und sie sind auch bereit, alles auf den Tisch zu legen, um mal zu gucken, was man machen kann. Es müsste eine Möglichkeit geschaffen werden, dass Leute, die das wollen, Sachen, also einzelne Titel oder Alben oder solche Dinge aus dem GEMA-Repertoire rausnehmen und wieder selber ins Netz stellen. Und dann können sie es auch unter einer CC-Lizenz machen.

Das wird von der GEMA im Moment noch sehr kritisch sehen, denn die sagen, das ist ein solidarisches System und wir können den Leuten nicht erlauben, hier einzelne Werke rauszunehmen, wir müssen also alles oder gar nichts ... Ja, ich denke, da ist die Diskussion noch nicht am Ende, da wird man sehen, was da noch rauskommt.

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depone | Daniel Ehniss

vater, theologe, netzgestalter und kaffeeliebhaber.

http://danielehniss.de
http://depone.de