29/08

Posterous Ade!

Seit der Switch-Kampagne, in der Posterous einige andere Dienste als sterbend bezeichnet hatte, und sich damit überheblich zeigte, überlege ich mir Posterous wieder zu verlassen. Ich schätzte die gute Verbindung unterschiedlicher Möglichkeiten hier. Doch, wie Johannes richtig feststellt, wurden diese Funktionen nicht von Posterous erfunden, sondern „lediglich" zu einem guten Dienst zusammengestellt:

Posterous certainly didn't invent most of the features they implemented, so I think they are obliged to be at least a thankful citizen of the social web.

Posterous hat mir sehr viel Spass gemacht. Doch dieses Verhalten missfällt mir zutiefst. Ich habe keine Lust mehr hier zu sein, und habe immer wieder an meinem Tumblr-Blog herumgespielt, um zu sehen, ob ich wieder ganz dorthin zurückkehre.

Vor einiger Zeit hat Markus sein tumblr-Blog wiederbelebt, und mit Disqus angereichert, so dass auch kommentieren möglich war. Dies habe ich aufmerksam verfolgt. Martin legte sich ein tumblr-Blog für seine iPhone-Bilder an. Sascha sammelt regelmäßig optische Leckerbissen via tumblr. Als ich heute Abend nun Johannes-Eintrag las, legte ich meine Finger auf Tasten und bereitete den Umzug vor.

Ab jetzt lege ich dieses Posterous-Blog still.
Ich mag die Siegerpose der Überheblichen nicht, und verabschiede mich.

Meine Randbemerkungen veröffentliche ich ab jetzt wieder bei tumblr: http://depone.tumblr.com

In diesem Sinne - bis bald,
Depone

27/08

Kinder sind wunderbar! Aber ...

Selbstredend ist ein Kind etwas Wunderbares. Von niemandem wird ein Erwachsener so vorbehaltlos geliebt, kein anderer Mensch sieht so über offenbare Schwächen hinweg und schenkt für die bloße Existenz als Mutter oder Vater dermaßen viel Bewunderung. Großartig. Problematisch aber wird es, wenn das Kind herhalten muss für etwas anderes Sinnstiftendes - einen interessanten Job etwa oder die Frage, ob die eigene Beziehung noch trägt. Wenn es zur Ausrede wird dafür, sich beruflichen oder sozialen Konflikten nicht stellen zu müssen.
via taz.de
(HT @leralle)

Interessanter Kommentar in der taz unter der Überschrift: »Projektkinder der Edeleltern«. Der oben zitierte Abschnitt ist meiner Ansicht nach der Beste im Kommentar.

Wie die Situation in Prenzlau aussieht kann ich zu wenig sagen, aus meiner Sicht ist es jedoch nicht so, dass Eltern in der Gesellschaft als sozial höher gestellte Wesen angesehen werden. Und Kinder, die stören meist. Erst kürzlich sah ich über Twitter eine Umfrage wo man in der Bahn oder im Flugzeug gerne sitzen würde. Ja, ich habe auch gerne meine Ruhe. Sitze in der Bahn auch nicht so gerne direkt neben Kindern, wenn ich nicht mit meiner Familie unterwegs bin, denn dann lese ich. Dennoch fällt mir das Urteil schwer - nicht jedes Kind, das weiß was es will, oder des Öfteren eher nicht, ist ein Bestimmerkind, eine verzogene Göre. Manche sind einfach nur Kinder. Sie beherrschen das gesellschaftliche Spiel noch nicht so gut, deswegen fallen sie auf.

26/08

immer fleissig belegen

Wahrscheinlich bekam Sarrazin diesen Satz während seines Studiums häufig zu hören. Was aber machen, wenn es keine Quellen gibt, auf die man sich beziehen könnte? Einfach die Quelle in der eigenen Fantasie suchen ...

Es ging um die Frage, woher Sarrazins viel zitierte, im Brustton der Faktizität vorgetragene Behauptung eigentlich kommt, dass siebzig Prozent der türkischen und neunzig Prozent der arabischen Bevölkerung Berlins den Staat ablehnten und in großen Teilen weder integrationswillig noch integrationsfähig seien. Sarrazin gab zu, dass er keinerlei Statistiken dazu habe. Er gab zu, dass es solche Statistiken auch gar nicht gibt.

Bisher hat schlichtweg kein Meinungsforscher der türkischen und arabischen Bevölkerung Berlins diese Frage gestellt. Thilo Sarrazin behauptet also etwas, von dem er schlicht und einfach nichts weiß. Wenn man aber keine Zahl hat, erklärte Sarrazin dem Reporter weiter, muss »man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch«. Danke dafür. Hier zeigt das, was wir derzeit »Debatte« nennen, wenigstens einmal seine erschreckende Fratze.

25/08

Narcissus von Solander

19/08

Facebook Places, kommt ...

(download)

... auch zu dir. Irgendwann.
14/08

Rue Royal - Blame

Dieses Video sah ich das erste Mal dank einer Empfehlung von @jkleske, auch heute gefällt es mir noch sehr gut. Ich freue mich, dass die Beiden am 06.09. im Kaffeehaus NUN spielen werden.

14/08

ERNTE, sagt @frohmag

Seit gestern ist ERNTE, sagt das frohmagazin.de, und ich bekomme Lust auf die neue Ausgabe ...

12/08

Die jungen Alten

Und so sind auch ihre Karrieren keine Blitzkarrieren, weder Köhler noch Lindner oder Rösler sind Schnell- oder gar Senkrechtstarter. Sie sind deshalb so früh in der ersten Reihe gelandet, weil sie einfach eher angefangen haben. Alle sind seit beinahe 20 Jahren in ihren Parteien aktiv. Sie sind kein Beweis für deren Durchlässigkeit, im Gegenteil, Kohls Enkel sind ein Ausdruck der Festigkeit und, ja, Verkrustung unserer politischen Strukturen.

Ihr Sieg ist ein Sieg des Provinziellen über das, was man als urbanes Leben bezeichnen könnte. Die entscheidende Voraussetzung ihres Aufstieges war, dass sie einfach zu Hause blieben, während unsereins dachte, mal hier, mal da leben zu wollen. Nur so konnten sie sich über den Ortsverein, den Kreisvorstand, den Bezirksvorstand, den Landesvorstand Schritt für Schritt ganz nach oben arbeiten. Gegen diese Zielstrebigkeit wirken unsere Auslandssemester mit einem Schlag wie verplemperte Zeit.

Ihr Sieg ist unsere Niederlage, wie mein Freund in seiner Mail schrieb. Die waren nie jung, und trotzdem sind wir plötzlich alt. Es ist ein Sieg der Geradlinigkeit über den Bruch, des Definierten über das Undefinierte. Es ist ein Sieg der Tradition über die Postmoderne, der festen Rollen über das Patchwork, der Festanstellung über das Prekariat. Es ist ein Sieg der Antwort über die Frage.

Ein interessanter Kommentar von Jana Hensel zu den vermeintlich Jungen, die in letzter Zeit in der erste Reihe der Politik Platz genommen haben ...

11/08

HUNGER - ein mitreissender Film

"Hunger" ist konsequent, brutal und radikal. Er übernimmt die Kontrolle über Augen, Kopf, Herz und Eingeweide des Zuschauers. McQueen gelingt, wie wenigen Regisseuren in den letzten Jahren, eine sinnliche Fusion von Inszenierung, Schauspiel, Bildkomposition und Tongestaltung, die den Zuschauer in den Bann zieht, ihn das Raum- und Zeitgefüge vergessen, stattdessen die Erfahrung eines irischen Gefängnisses in dieser Zeit sozusagen am eigenen Leib spüren lässt. Dieser Film zieht einen körperlich in eine verstörende, nachhaltig wirkende Mitleidenschaft. Eine Erfahrung.

Quelle: Mennan Yapo in Spiegel Kultur zu HUNGER

10/08

Ein Agnostiker mit Hoffnung

Bazan sounds as if there's a desire or a willingness to hope that some of it isn't make-believe. He's not writing to try and dispel all of religion, but instead hoping to be proven wrong, maybe, as impossible as that is for someone who's still living. Validation can only really come upon the exit from these days, when the talking and the singing stops and the silence is either silent or it's a party. At that point, the "magical explanation" isn't just a story, it's history. But there are no experts - though many claim to be - who can offer any sort of guarantee and Bazan knows it. He feels it, even if he feels so much more - all of these conflicting feelings and doubts that keep him returning to these powerful and controversial ideas of salvation and God and those disciples. It might be the transformation that Bazan has taken over the years, to a point where his one-way interrogation of the gospel and its "teachings" has gotten more and more probing, to a point where he's kept receiving the wrong answers, or seen less to support the existence of those miracles and the existence of such profound faith and obedience.

Sehr schön, diese Daytrotter-Session mit David Bazan. Und daneben die Worte des Eintrages. Ein Mann, der sich zwischen Christentum und Alltag immer mehr in Richtung eines Menschen entwickelte, den manche Agnostiker nennen würden, der dennoch Funken einer Hoffnung in sich trägt, es könnte vielleicht doch einen Gott geben ...

depone

vater, theologe, netzgestalter und kaffeeliebhaber.

http://danielehniss.de
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